image Work Crafting: Die Basics image Mitarbeiter begleiten bei der Umstellung auf Matrixorganisationen

ABER – über ein kleines Wort mit großer Macht

Zehn junge Führungskräfte sitzen im Kreis und erhalten folgende Anweisung:

„Ihr bekommt 500.000 € und könnt damit Eure Abteilung so verändern, dass die Mitarbeiter zufriedener sind und besser zusammenarbeiten. Entwickelt dazu Eure Ideen, gerne auch unrealistische oder verrückt Vorschläge. Die Bedingung ist, dass nacheinander jeder eine Idee sagt und den Satz mit den Worten „Ja, und…“ beginnt. So geht es immer weiter im Kreis. Ihr habt vier Minuten Zeit.“

Die zehn Teilnehmer schauen etwas verdutzt, kommen nach einer Weile aber richtig in Schwung. Nach vier Minuten berichten sie euphorisch von ihren Plänen: sie haben einen Yogaraum eingerichtet, neue Recruitingstrategien entwickelt, eine Teamküche gebaut, regelmäßige Feedbackgespräche etabliert, Stehpulte angeschafft, Arbeiten von zu Hause ermöglicht, zweimal im Jahr einen Tag Rollentausch zwischen den Mitarbeitern aller Abteilungen organisiert…

Dann geht es in Runde zwei: die fünf bekommen das vierfache Budget, 2 Millionen Euro, und können wieder Ideen zum idealen Arbeitsumfeld entwickeln. Doch diesmal beginnen sie jeden Satz mit „ja, aber…“. Nach vier Minuten macht sich Ernüchterung breit. Diesmal haben sie nicht eine einzige brauchbare Idee zustande gebracht. Stattdessen haben sie permanent Einwände gegeneinander erhoben und sich mit ihrer Argumentation im Kreis gedreht.

Hier zeigt sich ein einfacher Mechanismus: die „ja, aber…“-Mentalität blockiert das Entstehen von Ideen. Ihr kennt sie sicherlich auch, Bedenkenträger und Aber-Sager, die Eure Euphorie ausbremsen und Projekte schon scheitern sehen, bevor sie überhaupt angefangen haben. Diese Einstellung ist ein Hindernis für Veränderung. Denn neue Lösungen entstehen dann, wenn wir offen sind für die Ideen anderer und uns auf verschlungene Pfade jenseits der gängigen Vorstellungen begeben.

Probiert die Übung selbst aus! Sie funktioniert mit fast jedem Thema. Euch wird auffallen, wie oft Ihr selbst „ja, aber…“ sagt und könnt bewusster steuern, mit mehr „ja, und…“ eine positive und offene Gesprächs- und Denkhaltung einzunehmen.

About Lisa Szeponik
Lisa Szeponik hat zuletzt ein Leadership Programm für Young Professionals geleitet. Seitdem hat sie eine Vision: eine glücklicher machende Arbeitswelt.
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